Mitten in der Klausurenphase – endlich ein waschechter Student!

Wenn ich mir so durchlese, wie locker flockig ich vor ein paar Monaten noch über mein Studium geredet habe und alles noch in rosa roten Wölkchen sah, muss ich echt ein bisschen über meine anfängliche wohlwollende Naivität schmunzeln… irgendwie musste doch der Haken sein! 😀 Willkommen in der Klausurenphase! Hallo…Motivation, wo bist du? Und Kopf: Warum hast du was dagegen jetzt noch nach den fünfhundert Seiten für eine einzige Klausur des Stapels von Klausuren weiter zu funktionieren? Überhaupt: Warum gibt’s plötzlich so viel Spannenderes als Lernen, ganz bizarr meine Freunde! Ich würde sagen; ich bin angekommen, ich bin jetzt ein waschechter Student. 🙂

Mein aktueller Gemütszustand: Augen schwer wie Blei (es ist gerade mal acht Uhr abends und ich könnte jetzt schon einschlafen und erst wieder in zwölf Stunden aufwachen), ein Kopf wie ein Heißluftballon (allerdings heute leider nicht mit Wissen und den neuesten Formeln und Entdeckungen gefüllt, wie es sein sollte – sondern mit schlechtem Gewissen, weil mir so kurz vor meiner letzten achten Klausur doch leider die Disziplin flöten geht), und mein blasser Körper, der nach den letzten Wintermonaten so sehr nach Sonnenstrahlen und Urlaub schreit, wie er es bisher selten getan hat. Aber ein Organ schlägt gegen den ganzen Stress und Druck komischerweise einfach mal eine ganz andere Richtung ein: Mein Herz. Es schlägt, und zwar seit langem endlich wieder für die Dinge, die ich wirklich liebe: Ich habe wieder angefangen regelmäßig zu zeichnen und mich an kreativ auszuleben… ich erkunde die Stadt, gehe wieder laufen (auch wenn ich es mit den 25 Kilometern letztes Mal zugegebener Maßen letztes Mal vielleicht doch ein bisschen übertrieben habe) Ich rufe meine Liebsten an, nur um sie daraufhin stundenlang zuzuquatschen und zu versuchen, sie auch noch zu Wort komme zu lassen…ich mache Pläne, für alles, was ich gerne erreichen möchte. Ich koche täglich, weil ich plötzlich Lust dazu habe, habe außerdem meine innere Putzfee zum Leben erweckt, gehe meinen Nachbarn mit meinem lauten ausgelassenem Gesang ziemlich sicher gehörig auf die Nerven, und laufe mit Sonnenbrille mitten im Winter durch die Straßen, wenn ich auch nur einen einzigen Sonnenstrahl sehe, der das Tragen rechtfertigen könnte. Ich könnte nicht glücklicher sein! 🙂

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Und dann waren da noch die Klausuren…ach stimmt ja, da war ja was! Ich lerne ungelogen seit Monaten für diese Klausuren. Trotzdem reicht es gefühlt trotzdem nie aus. Man kann nicht alles auswendig wissen, nicht alle Seiten des Buchs plus die Vorlesungen für nur ein einziges Fach in seinen Kopf meißeln. Es geht nicht. Und das ist eine ziemliche Umstellung, wenn man gerade von der Schule kommt, wo man schon ein schlechtes Gefühl hatte, wenn ein einziges Thema nicht perfekt saß. (Ok, zugegeben, in der Schule hatte ich auch schon immer eine häufig überdisziplinierte Sicht auf die Dinge…dort war es aber wenigstes von der Fülle des Stoffes auch immer möglich, wirklich alles zu hinterfragen und daraufhin die Konstrukte dahinter besser zu verstehen) Von allen Seiten höre ich, dass das ja normal sei, dass man nicht alles aufnehmen kann, besonders im ersten Semester, wo auch wenn es oft bestritten wird, wohl doch ordentlich ausgefiltert wird. Es ist ok nicht alles perfekt zu wissen, irgendwo muss man Abstriche machen.

Leider habe ich das noch nicht wirklich in meinen Gedankenwirrwarr aufnehmen können, denn dass ich etwas nicht komplett kann, obwohl ich mich schon Monate lang damit befasst habe ist wirklich Neuland für mich. Ein ziemlich blödes Gefühl ehrlich gesagt 😀 Ich würde lügen, wenn ich sage würde, dass mir das gefällt, wie sich das anfühlt…aber ich muss auch sagen; in irgendeiner Form motiviert es mich auch. Irgendwie kitzelt es mich ja doch ein bisschen zu sehr, nicht mit meinen eigenen Leistungen zufrieden zu sein, um einfach den Kopf in den Sand zu stecken. Es fordert mich heraus, es stachelt mich an, noch mehr zu geben…und schon wieder habe ich das Gefühl mich durch die Klausurenphase ein wenig besser kennenzulernen. Es ist der Ehrgeiz in mir, der mich hergebracht hat, wo ich mich gerade befinde. Es ist der Ehrgeiz, der mich 25 Kilometer laufen lässt, obwohl ich eigentlich nicht regelmäßig laufen gehe (eine Warnung an euch da draußen: Macht das nicht nach, gesund kann das echt nicht sein!). Es ist der Ehrgeiz, der mich dazu bringt, Herausforderungen anzunehmen und über mich selber hinauszuwachsen. Es ist der Ehrgeiz, der mich schon so oft ausgelaugt aber auch immer wieder zum Aufstehen gebracht hat. Und ich bin mir sicher, dieser Ehrgeiz wird mich diese Klausurenphase und auch die vielen weiteren in Zukunft überstehen lassen. (Ich spüre förmlich die Vorreude in mir auflodern! 😀 )

Ich kann dir nur sagen, falls du dich gerade in einer ähnlichen Situation befindest: Lass dich nicht runterziehen. Halte dir ständig das Ziel vor Augen, wofür du dich gerade anstrengst und handele für diesen Zeitraum fokussiert. Wichtig ist aber auch, dass du dabei auf deine Gesundheit und deine Bedürfnisse hörst, denn nur so kannst du auch wirklich das Beste aus dir herausholen! 😉 Und eines, da sei dir sicher: Du kannst alles schaffen!

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1 Kommentar

  1. Anna <3 der Beitrag ist echt gut und motivierend….jetzt hab ich auch lust zu lernen obwohl mein Studium noch nicht mal angefangen hat 😉 ich bin mir sicher du schaffst das und aus dir wird ein ganz toller seelenklempner 😉 du siehst auf den Fotos echt toll aus :* Ich vermisse dich und freue mich schon darauf dich bald wieder zu sehen!!

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