Jahresrückblick 2016

Kein Jahr ist wie ein Anderes- das war mir schon lange klar. Und dann kam 2016 angerast…und schwups, jetzt sehe ich nur noch die Staubwolken!… Hier stehe ich jetzt; meinen Schulabschluss in der Tasche, meinen Studienplatz abgeklappert, halte die Schlüssel meiner Wohnung in den Händen…an die letzten 365 Tage meines Lebens: Ich habe euer Motto begriffen- entweder ganz oder gar nicht! Aber ich muss euch auch danken: Ihr wart unvergesslich, Angst vor Langeweile ist mir mittlerweile ein Fremdwort und, was Action heißt habt ihr mir gut beigebracht! 😀

Aber jetzt mal ganz in Ruhe und der Reihe nach: In diesem Artikel möchte ich dir einen kleinen Jahresrückblick über mein Jahr 2016 geben. Besonders charakteristisch für mein Jahr 2016 war für mich mein Abitur und in der zweiten Hälfte des Jahres der Umzug nach Hamburg in die erste eigene Wohnung aufgrund meines Studiums. Nicht nur für mich war dieses Jahr unheimlich spannend, auch meine Familie hat 2016 zu noch einem größeren Abenteuer gemacht, als es sowieso schon war. Beispielsweise absolviert mein Bruder genau in diesen Monaten gerade sein Auslandssemester und das, denn etwas anderes wäre ja viel zu gewöhnlich oder naheliegend, nirgendwo anders als in Mexiko, so ziemlich genau 9633 Kilometer entfernt von dem kalten und alles andere als Palmen-übersäten Deutschland. (Ich gebe zu, ein gewisses Fünkchen Neid schwingt da schon mit :D)

Damit du den Überblick nicht verlierst, habe ich mich dazu entschlossen, meine Erlebnisse chronologisch entlang der Monate aufzuzählen. Ich hoffe, ich kann dir ein wenig meine Stimmung übermitteln, die ich in den einzelnen Momenten erlebt habe, und vielleicht erkennst du dich ja in ein paar Punkten auch wieder…ganz viel Spaß! 😉

 

Januar und Februar

Das Vorabi in vollen Zügen würde ich mal sagen. Da ich leider nicht zu den strukturierten Personen gehört habe, die schon vor Weihnachten oder in den Weihnachtsferien angefangen haben zu lernen, geht jetzt langsam aber sicher die ganz große Panik los. Ein Glück, dass ich trotz meiner Aachener-Wurzeln wenig Karnevals-Elan verpasst bekommen habe, sodass ich nicht allzu traurig war, dass ich mir den Kopf mit mathematischen Formen und unterschiedlichsten Geschichtsfakten zermarterte, während die halbe Stadt ausgelassen und erwartungsvoll „Alaaf“ brüllte.

 

März, April und Mai

Es ist soweit: Der Moment, auf den wir so lange hingefiebert haben. Unsere Abiturprüfungen stehen an. Wie oft haben wir doch die älteren Schüler bewundert und sind ehrfurchtsvoll um die Aushängeschilder mit der Aufschrift „absolute Stille, Abiturprüfungen!“ in den vorangegangen Jahren geschlichen, und jetzt sind wir es, die dort in der Aula sitzen. Komisch ist, dass alles irgendwie so normal ist. Ich habe mir immer ausgemalt, wie unglaublich erwachsen ich mich in diesem Zeitpunkt fühlen werde, und was das Abitur doch für eine ungewohnte Situation sein wird. Aber ich fühle mich 1. so wie immer, sprich: genau so viel oder eher wenig erwachsen wie sonst und 2. sind die Abiturprüfungen irgendwie gefühlt fast dasselbe, wie die Klausuren zuvor, mit dem Unterschied, dass man wirklich stundenlang dort fleißig auf seinem kleinen Holzstühlchen sitzt und sich intelligente Konstrukte aus seinem Kopf drückt. Also, falls euch das Abitur noch bevorstehen sollte: Es ist wirklich machbar, macht euch nicht allzu sehr fertig meine Lieben! Die schönsten Momente dieser Zeit waren zum einen mein Gefühl in der Abitur-Kunstklausur, in der mein kreatives Ich plötzlich aus seinem Winterschlaf erwacht und mir zuflüstert, ich solle doch einfach mal all das vergessen, was ich vorher immer gleich gemacht habe, und es mal mit einem ganz anderen Konzept und besonders mit ganz viel Mut und Spaß versuchen. Resultat ist, dass ich nach den sechs Stunden stolz wie Oskar um mein Bild herum stolziere, weil ich niemals gedacht hätte, dass ich es schaffe, auf den Punkt das Beste aus meiner Kreativität herauszuholen. Zum zweiten ist das der Moment, als ich aus dem Direktorenzimmer stürme, mein abschließendes Zeugnis in der Hand halte und meine Freundin fast zu Boden springe, weil ich endlich die Gewissheit habe: Ich habe es tatsächlich geschafft, mit diesem Zeugnis kann ich studieren was ich will! Stunden, ach was sage ich Tage, habe ich damit vergeudet mich darüber aufzuregen, warum ausgerechnet einer meiner Wunschstudiengänge so einen hohen NC hat und was ich den um Himmelswillen noch tun soll, um an solche Noten heran zu kommen. Ich kann es nicht glauben; all der Ehrgeiz, all die Nerven, all der Fleiß – es hat sich gelohnt! Einen glücklicheren Menschen als mich wird man in diesen Tagen wohl eher sehr unwahrscheinlich begegnet sein. 😉

 

Juni, Juli und August

Was ich noch gar nicht erwähnt habe: Schon in den vorherigen Monaten bin ich in der vollen Planungsphase für meine Bewerbungen an den Unis und den Kunsthochschulen. Zwei Tage vor meinem mündlichen Mathe-Abitur gehe ich noch nach Düsseldorf zu einer Architektur-Eignungsprüfung. Übrigens die meiner Meinung nach beste Prüfung, meines bisherigen Lebens, weil ich einfach das tue, was ich am besten kann: Ich labere die Professoren ohne Punkt und Komma mit meinen künstlerischen Vorlieben, meinen Lieblingsparks und Gebäudestilen zu und merke gar nicht, wie die Zeit mal wieder ganz schnell umgeht. Selbst dass ich eine Minute vor der Prüfung noch von jemande Anderem mithöre, dass nach dem Lieblingsarchitekten gefragt wurde und ich trotz verkrampften Überlegungen  zu keiner kreativeren Antwort als Herrn Eiffel (die guten französischen Wurzeln) wegen des Eiffelturms, den ja wohl jedes Kind kennt,komme bringt mich nicht aus dem Konzept. Ein wirklich toller Tag, der mir so kurz vor dem Matheabi noch einmal ein gut zu gebrauchendes Selbstbewusstseinshoch verleiht. Dazu kreiere ich noch eine umfangreiche Kunstmappe, für die ich jede freie Minute neben dem Lernen nutze. Alles was mir vor die Nase läuft wird porträtiert, skizziert oder frottiert! Auch persönlich habe ich zwei Kunsthochschulen einen Besuch abgestattet und merke nach dieser Heidenarbeit, dass ich irgendwie viel zu normal für diese Welt bin. Ich zweifel einmal gründlich an der Entscheidung, ob ich an dem Wunsch nach einem Kunststudium festhalten soll und wende mich ohne groß weiter über kreative Abweichmöglichkeiten nachzudenken einem ganz anderen Wunsch zu; nämlich den, ein Psychologiestudium anzutreten. Auch meinen Architekturgedanken verschaufel ich trotz der tollen Uni im Sand, weil ich plötzlich endlich mal von einem Studium felsenfest überzeugt bin: Psychologie und ich, so sollte es also sein. Vielleicht ein wenig zu selbstbewusst und optimistisch schicke ich nur 2 Bewerbungen raus, mein Gedanke: „Das wird locker was!“. Da gucke ich dann schon ziemlich doof aus der Wäsche, als ich plötzlich nicht im ersten Schwung reinkomme, und zwar bei beiden Unis. Der kalte Angstschweiß ist kein Vergleich mit dem Gefühl, was mich in den Tagen der Unwissenheit durchströmt, in denen mir plötzlich ziemlich bewusst wird: Du hast gar keine Alternative. Alles andere als entspannt fliege ich dann natürlich trotzdem nach Marrakesh als mich endlich die erlösende Nachricht erreicht, dass ich doch bei beiden, und besonders wichtig: in meiner Wunschuni angenommen wurde. Die kommenden Urlaubstage werden daher sehr ausgelassen, und auch den wunderbaren Urlaub mit meiner Mutter in Korsika und meinen ersten gemeinsamen Zelturlaub mit meinem Freund werden einfach unvergesslich! 🙂

 

September Oktober und November

Nachdem mein Bruder nun auch schon nach Mexiko aufgebrochen ist, und wir wie Schlosshunde am Gate stehen und ihm noch hinterhertrauern uns aber natürlich auch für ihn freuen, beginne ich langsam zu realisieren, dass es auch bei mir bald soweit ist. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verpacke ich, so wie immer total kurzfristig, meine letzten Sachen, bevor am 15. September nach langem hin und her dann doch wirklich der Umzug stattfindet. Die ersten Nächte verbringen wir erstmal auf unserer ersten selbsterworbenen Matratze auf dem Boden unserer, noch ziemlich renovierungsbedürftigen, Wohnung. Bei dem Sprichwort „Was man in der ersten Nacht träumt, wird auch war.“ ist bei mir nicht viel Interpretationsraum, denn vor Aufregung schlafe ich so gut wie gar nicht. Nach einigen Tage und Wochen des Renovierens und Ikea-Nachmittagen fangen wir langsam nach und nach an uns ein bisschen einzuleben. Und das ist auch gut so, denn Anfang Oktober steht schon unsere Erst-Woche auf dem Plan und wir werden sozusagen ins kalte Wasser geschmissen, in eine ganz fremde neue Welt, in der wir noch niemanden kennen. Das ändert sich allerdings nach den ersten Tagen rasant. Ich bin unglaublich froh, dass alle damit Recht hatten, dass wenn man sich wirklich für sein Studium interessiert und seine Kommilitonen das auch tun, man ja auch sehr wahrscheinlich die gleichen Interessen hat, und schnell einen Weg zueinander findet. Das hat sich bei mir, und dafür bin ich unglaublich dankbar und glücklich, wirklich erwiesen, und so habe ich in diesen letzten Monaten dieses Jahres mit meinen Freundinnen die Theater unsicher gemacht, oder ein paar Spielabende zu mehreren zusammen verbracht, ein paar lustige neue Sportarten ausprobiert und vieles vieles mehr! Auch mit meinem Studium bin ich sofort warm geworben und es gibt (noch) nicht ein Fach, welches mir überhaupt nicht gefällt. Doch ich fange auch langsam an, zu realisieren, was lernen heißt, und erwische mich oft selber dabei, wie ich bis in die Nacht am Schreibtisch sitze und mir den Kopf mit neuem Input zermartere, Schulalltag adé!

 

Dezember

Hier sitze ich nun. Das waren meine letzten 365 Tage. Wie konnte das alles nur so schnell vergehen und sich gleichzeitig so anfühlen, als würde sich das Geschehene über drei ganze Jahre ziehen? Habe ich diese ganzen Schritte wirklich alle begangen? Unglaublich, ich kann es selber kaum fassen! Das erste Mal seit meinem Auszug bin ich nun auch endlich wieder Zuhause und freue mich unglaublich meinen Freunden auch mal persönlich von allem zu berichten und viele schöne Tage mit meiner Mutter zu verbringen. Es fühlt sich schon ein bisschen komisch an, so, als wäre man in zwei Städten Zuhause… Ein bisschen so, als hätte man zwei Leben, die aber immer mehr miteinander verschmelzen, je sehr ich über die eine oder die andere Hälfte berichte. Aber eins ist das Wichtigste: Am Ende dieses Jahres bin ich einfach nur unheimlich glücklich und platze fast vor Neugier, was in der kommenden Zeit noch auf mich zukommt. Mein Kopf ist voller Ziele, Wünsche und Pläne, und ich bin gespannt, welches Chaos-Geflecht ich da nächstes Jahr heraus zaubern werde…Danke 2016, du warst unglaublich!

 

Ich hoffe, dir hat mein kleiner Jahresrückblick gefallen, und dich vielleicht auch ein bisschen dazu angeregt, selber über deine schönsten erlebten Momente und die wichtigsten Meilensteine 2016 nachzudenken. Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr, und hoffe, dass du die Dinge mit voller Mut und Begeisterung angehen kannst, die dir nächstes Jahr bevorstehen!

 

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