Quinoa – ein Alleskönner? + Die Vorteile am Kochen ohne Rezept

Lange lange Zeit stand Quinoa bei mir nur im Vorratsschrank und der einzige Verwendungszweck, der mir spontan einfiel war ein Quinoa Salat…das hat sich diese Woche komplett geändert! Das Pseudogetreide gab’s zum Beispiel in Kombination mit frischen Zutaten als Füllung in einer Paprika. Aber lies selber, was sich damit doch so auf die Beine stellen lässt! 😉

Vorgeschichte + Kochen ohne Rezept

Wie es überhaupt zu den plötzlichen Sinneseingebungen kam? 😀 Das war zugegeben eher zwangsweise.. Gerade frisch eingezogen freut man sich eben doch besonders über die Dinge und Lebensmittel, die man beim Auszug mitgenommen hat, um „einfach immer was da zu haben“. Die Kreativität kommt dann schon von ganz alleine! Kühlschrank auf – Was ist noch da? Was könnte man daraus noch zaubern? Das Endergebnis weist dann zwar leider keine so große Erfolgsgarantie wie ein bewährtes Rezept aus dem Lieblingskochbuch aus, aber es gibt trotzdem genug Gründe, mal ohne Rezept zu kochen: Es macht mehr Spaß, weil man sich völlig austoben kann und man entwickelt selber einen Geschmack für die einzelnen Zutaten, ohne blind Anweisungen zu folgen. Man spart einiges an Geld und Zeit, weil man nicht extra einkaufen gehen muss und außerdem schmeißt man so weniger Lebensmittel weg, was auch ein wichtiger Aspekt ist! 🙂 Und natürlich hält man sich dadurch immer die Möglichkeit offen, dass man DAS leckerste Rezept des Jahrhunderts findet, und man dann stolz behaupten kann, man habe es selber kreiert! 😉 😀

 

Einleitung und Erklärung

So, nun werde ich euch erstmal berichten, was denn tatsächlich an drei Tagen Quinoa Verwertung auf dem Tisch gelandet ist: Zum einen gab es Quinoa-Gemüse-Wraps. Am darauffolgenden Tag landeten dann Quinoa-Karotten-Mais-Röstis auf dem Tisch und am letzten Tag habe ich mich dann an einer gefüllten Paprika mit Quinoa-Füllung ausprobiert. Eines haben alle drei Gerichte gemeinsam: Sie waren super fix zubereitet, gesund und gleichzeitig sättigend. Ich muss allerdings auch sagen, dass nicht jeder Arbeitsschritt sofort von Erfolg gekrönt war, und ich die einzelnen Rezepte wahrscheinlich jedes Mal nochmal auf eine andere Art abwandeln werde, bis ich wirklich zu 100% zufrieden mit ihnen sein werde. Die Rezepte, die ich dir nun vorstellen möchte, sollen also eher als eine Art Ideenpool und Inspiration dafür dienen, dass dir die Ausmaße bekannt wird, was man tatsächlich alles mit Quinoa zaubern kann. Ich hoffe, ich kann dich ein bisschen inspirieren und motivieren auch mal deiner eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen und selber verrückte Eigenkombinationen auszuprobieren. Mit einer Prise Mut, einem Teelöffel Inspiration und gaaanz viel Freude am zusammenstellen kann doch nur noch etwas Gutes dabei raus kommen! 😉

 


Gericht 1: Quinoa-Gemüse-Wraps

img_2503

Zutaten für eine Person:

  • Wraps
  • eine Tasse Quinoa
  • eine Tasse Wasser
  • eine Tasse passierte Tomaten
  • Kräuter deiner Wahl
  • bei Belieben: Käse
  • ein Dip deiner Wahl (z.B Hummus oder Frischkäse)
  • Gemüse deiner Wahl (Ich würde zu Zucchini,Paprika oder Pilzen angebraten in Zwiebeln raten)

 

Zubereitung:

Eines ist bei allen Gerichten ähnlich geblieben, und das ist die Weise den Quinoa zu kochen: Kochanweisung von dem Inkakorn ist es, auf eine Menge (z.B. eine Tasse) zwei Mengen (z.B. zwei Tassen) Flüssigkeit zu geben. Ich habe bei der Menge von einer Tasse Quinoa eine Tasse Wasser und eine Tasse passierte Tomaten hinzugegeben. Das gibt dem Quinoa einen leicht fruchtigen und durch Zugabe von Kräutern einen schön aromatischen Geschmack. Bei dem Wrap-Gericht habe ich zu dem Quinoa noch ein wenig Käse hinzugegeben, damit die Füllung einen noch würzigeren und charakteristischen Geschmack zu den sonst sehr neutralen Zutaten hinzugefügt. Dieser Schritt kann aber selbstverständlich auch weggelassen werden!

Im nächsten Schritt habe ich die Wraps mit der fertigen Quinoa-Füllung versehen und nochmal für wenige Minuten in den auf 180°C eingestellten Backofen gegeben, damit die Wraps leicht braun und knackig werden.

In der Zwischenzeit habe ich Rohkost (Tomaten, Gurken) und Mais geschnitten und vermischt, damit die Wraps außerdem eine frische Note bekommen. Ich denke aber, dass angebratene Zucchini, Pilze und Ziebeln oder auch anderes Gemüse auch hervorragend dazu schmecken würden, und besonders bei den jetzt nahenden kälteren Temperaturen eine gute, wenn nicht bessere Alternative darstellen.

Dann können die Wraps auch schon aus dem Ofen geholt werden. Ein Dip (Frischkäse, Hummus, Kräuterquark, Joghurt…) kann über die bisherige Füllung gegeben werden und das Ganze wird dann abgerundet mit dem Gemüse deiner Wahl.

Guten Appetit! 🙂


 

Gericht 2: Quinoa-Karotten-Mais-Röstis

img_2505

Zutaten für eine Person:

  • 2 große Karotten
  • circa 70. gr Mais
  • 1,5 Tassen Quinoa
  • 2 Tassen Wasser
  • 1 Tasse passierte Tomaten
  • 1-2 Eier oder Eiersatz
  • ggbf. Mehl nach Bedarfsmenge
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Kräuter deiner Wahl

außerdem: Zutaten für einen leckeren Beilagensalat, eine leckere Soße oder einen Dip deiner Wahl (z.B. selbst gewürzter und mit Kräutern versehener Joghurt)

 

Zubereitung:

Die Zubereitung des Quinoas unterscheidet sich nur in dem Punkt, nämlich in solchem, dass ich dieses Mal den Käse weg gelassen habe. Dafür habe ich dann, als der Quinoa fertig gekocht war den Rieb von zwei Karotten hinzugegeben und auch noch Mais hinzugefügt. Ich habe selber an dieser Stelle gehackte Leinsamen zu der Mischung hinzugegeben, in der Hoffnung, das würde die Masse binden…das hat aber leider nicht ganz so gut funktioniert. Ich rate dir noch circa zwei Eier oder Eiersatz hinzuzugeben und sollte sich trotzdem keine homogene Masse ergeben noch etwas (am besten Vollkorn oder Dinkel-)Mehl hinzuzugeben. Dann sollten die „Röstis“ etwas teigiger schmecken und vermutlich eher herzhaften Pfannkuchen anstatt Röstis ähneln, aber ich denke, das tut ihnen geschmacklich keinen Abbruch. Die Menge des Mehls, insofern nötig, solltest du am besten bei der Zubereitung selber nach und nach abschätzen. Lass mir gerne deine Erfahrung in den Kommentaren da! 🙂

So, und wenn du dann alles vermengt hast und die Masse auch gut gewürzt hast, dann kannst du auch schon kleine Patties aus dem Gemisch formen und diese in etwas Öl solange anbraten, bis sie goldbraun und innen nicht mehr roh sind. (besonders wichtig bei der Verwendung von Mehl und Eiern!)

Im Anschluss bereitest du dir deinen Beilagensalat zu, der möglichst aus frischen Zutaten und wasserreichen Gemüsesorten bestehen sollte (bspw. Gurke), damit das Gericht nicht trocken schmeckt. Ein Muss ist auch eine Art Soße oder einen Dip deiner Wahl, den du zu den Röstis servierst. In meinem Fall war das Joghurt, was wirklich lecker geschmeckt hat, und dem Gericht neben dem hohen Gemüseanteil eine schön milde Note gegeben hat. Bei Bedarf kannst du hier auch zu cremigeren Alternativen wie etwa Guacamole oder Crème fraîche greifen – das ist sicher auch lecker!


 

Gericht 3: Paprika mit Quinoa-Füllung

img_2563

Zutaten für eine Person:

  • 1 Paprika
  • 1 Tasse Quinoa
  • 1 Tasse Wasser
  • 1 Tasse passierte Tomaten
  • Zum „Bestreuen“ Käse, oder wie im Beispiel Avocado
  • Joghurtsoße oder Alternative
  • Kräuter deiner Wahl

außerdem: Zur Füllung können beispielsweise noch Bohnen oder Feta-Käse hinzugegeben werden

 

Zubereitung: 

In meinem Fall konnte ich die Füllung des Vortages weiter verarbeiten, ich würde dir aber empfehlen, vorausgesetzt, dir stehen keine Überbleibsel des Vortages zur Verfügung, zu dem aufgekochten Quinoa (wieder bei Belieben mit passierten Tomaten) noch ein paar andere Komponenten wie zum Beispiel Bohnen und Feta-Käse hinzuzufügen.

Dieses Gemisch kannst du dann einfach in deine zuvor halbierte und entkernte Paprika füllen und mit etwas Käse bestreuen. Ich habe in meinem Fall einfach nach dem Backen im Ofen Avocado Stücke drüber gestreuselt, weil wir keinen Käse mehr da hatten, und Avocado wie bekannt einen sehr cremigen Geschmack hat, allerdings würde ich den Käse schon empfehlen, falls dir eine würzige Kruste auf deiner gefüllten Paprika wichtig ist.

Über die Paprika habe ich, wie könnte es anders sein, wieder eine Joghurtsoße gegeben, um das Gericht saftiger zu machen. Warum zu jedem jedem gezeigten Gericht immer Joghurt? Das ist eigentlich eher Zufall, basiert aber auch darauf, dass die Gerichte schon aus sehr vielen zusammengewürfelten und eher untypischen Komponenten bestehen, und ich mit dem mildernden Geschmack des Joghurts ein bisschen Ruhe in diese Geschmäcker-Experimentiererei bringen wollte. 😀 Dir steht natürlich frei hier noch mutiger zu sein, und alles erdenklich mögliche auszutesten! Auch, ob du lieber eine Joghurt-Alternative wie Soja-Joghurt wählst, ist ganz dir selbst überlassen.


 

Kleines Schlusswort

Der Grund, warum ich diesen Artikel verfasst habe, liegt neben den relativ offen gelassenen Rezeptbeispielen dabei, dass ich hoffe dir mit einem Auszug der vielseitigen Verarbeitung des gesunden und momentan so gehypten Quinoa, zeigen zu können, dass gesund essen nicht eintönig sein muss. Wäre das Leben nicht viel zu langweilig, wenn wir immer dasselbe Gericht Tag ein Tag aus essen würden? Ich persönlich denke, dass gerade gesunde Ernährung durch die vielen verschiedenen Gemüse- und Obstsorten und die immense Anzahl an Getreiden so viele Möglichkeiten und so viel Abwechslung bietet, dass das Verarbeiten dieser Lebensmittel wirklich Spaß machen kann. Und meiner Meinung nach lohnt es sich auch, mal neue und außergewöhnliche Zutaten (wie sonst auch Amaranth, Chiasamen, Acai etc.) zu testen und zu verarbeiten. So bleibt das Kochen über längere Zeit spannend, und wird nicht zwangsläufig, wie es in stressigen Haushalten leider oft der Fall ist, als lästig und nervig empfunden. Kochen sollte Spaß machen, und ich hoffe das konnte ich dir mit diesem Artikel ein wenig übermitteln. 😉

Komm gut in die neue Woche und halt die Augen und Ohren immer schön offen! Bis ganz bald. 🙂

Unterschrift

Schreibe einen Kommentar