Ein turbulenter Neustart – unser Anfang in Hamburg

Vor heute genau einer Woche sind mein Freund und ich nach Hamburg gezogen. In den 7 Tagen ist so einiges passiert, was wir vorher nicht ganz so geplant haben, und was mal wieder typischerweise nur uns passieren konnte. 😀 Hier geht es um die Erfahrungen und das Gefühlschaos, was sich gerade die ersten Tage nach dem Umzug gerne mal einschleicht.

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Nicht ganz so nach Plan

Alles fing erst einmal bei der Wohnungsübergabe statt: Alles, wo wir uns vorher noch vorgenommen hatten, es zu bemängeln und eventuell neu vom Vermieter stellen zu lassen, wanderte komischerweise doch genauso kaputt, wie in Erinnerung in unsere Obhut ein. Auch die Wände und den Zustand der Sauberkeit hatten wir etwas anders in Erinnerung. 😀 So haben wir also tatsächlich erstmal 3 Tage lang wieder und wieder putzen und streichen müssen, bis wir uns annähernd wohl gefühlt haben. Ein Detail, welches wirklich nicht appetitlich ist, aber die Situation gut widerspiegelt ist zum Beispiel unser Abzug im Bad: Dort fanden wir nämlich neben dem ganzen Staub eine halb verweste Ratte, was den Wohlfühlfaktor ein bisschen in den Keller bugsierte.. 😀 Ich kann hier nur an jeden appellieren keine Nachmietervereinigung zu unterschreiben, denn diese schreibt dir dann ganz ohne Weiteres alle Pflichten zu, und du kannst schön zusehen, wie du das alles erledigen musst. Aber wir sind ja noch jung und naiv, das rechtfertigt in dem Fall (ein klein wenig) unsere Unwissenheit. 😀

 

Die Plappertante in mir

Die ersten Tage waren nicht unbedingt die gesprächigsten, weil wir sie eher mit Möbelschleppen und der Sanierung der Wohnung anstatt draußen in der Stadt oder sonst wo verbracht haben. Und so kam es dann, dass wir uns am ersten Tag in der „Außenwelt“ in einem Shop, den wir besuchten um unser Internet einzurichten, erstmal mit einer total lieben Frau eine dreiviertel Stunde über Gott und die Welt (anstatt über Telefone und Router) unterhalten haben, weil wir endlich wieder in direkten sozialen Kontakt kamen, den man die ersten Tage doch ziemlich vermisst hat. 😀 Und wenn ich erstmal anfange zu reden, dann bin ich nicht mehr so leicht zu stoppen! 😉 😀 Wir haben dann noch einige andere Dinge erledigt. Waren zum Beispiel den Laptop in Reparatur geben, uns erstmal im Drogeriemarkt ausrüsten und ständig am hin und her telefonieren wegen der Ummeldung und dem Stromvertrag. Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Anfangszeit hier so busy ist, aber mit diesen ganzen Aufgaben ist man doch ganz schön auf Zack! 😀

 

Als Neuankömmling auf dem Unigelände

So und dann möchte ich dir auch gerne noch über unseren ersten Gang auf das Unigelände berichten, der war nämlich auch ein einprägsames Erlebnis. Mit viel Neugier und einem großen Hunger im Gepäck machten wir uns also auf, der Hauptmensa auf dem Campus einen Besuch abzustatten. Bis wir dann vor dem Lageplan standen…was und wo sind denn bitte die gefühlt tausenden Fakultäten und wo ist die Mensa? Wir wollten doch einfach nur gemütlich was essen gehen! Nachdem wir das mit der Orientierung und dem Herausfinden des richtigen Weges endgültig aufgegeben hatten, sind wir einfach den Menschenmassen hinterher gelaufen, und na wer sagt’s denn, standen nur etwa 5 Minuten später tatsächlich vor der Mensa. Eines haben wir in dem Moment beide gedacht: Irgendwie fühlt man sich hier als Ersti wie an seinem ersten Schultag oder der Einschulung. Eigentlich dachte man, man habe schon so viel hinter sich und das Gefühl zu den ältesten der Schule zu gehören hat einen schon denken lassen, man sei quasi erwachsen…und nun steht man hier. Alles neu. Man kennt niemanden und alle sind älter. Aber genau in solchen Momenten ist es dann umso wichtiger positiv zu denken, und sich zu sagen, dass sich alles fügen wird und dass sich der Anfang für jeden so anfühlt. Dann ist man schon nicht mehr alleine. 😉

 

Vom Pech verfolgt?

Das mit dem positiv denken hat sich auch in der nachfolgenden Situation bewährt, in der wir sonst sicher nur Trübsal geblasen hätten und der Tag gelaufen wäre, aber lies selber: Am Vorabend hatten wir das Auto meines Freundes auf einem Parkplatz geparkt auf dem Klipp und klar mit Handschrift stand: Halteverbot von 10.00-18.00 Uhr. Da dachten wir uns: Wunderbar, es ist nach 18 Uhr und mein Freund muss sowieso um halb zehn aus dem Haus sein. Was passiert also am nächsten morgen? Auf dem Schild steht plötzlich Halteverbot von 7:00 bis 18:00. Wieder in Handschrift. Für uns ganz klar: Die Zeit wurde geändert, überschrieben oder das Schild ausgetauscht. Das hat uns dann allerdings auch nicht mehr geholfen. Das Auto war weg und wir standen ohne Beweis da. Da half dann nur noch, die immense Summe für den Abtransport zu zahlen, erstmal überhaupt zum 11km entfernten Abholtplatz zu fahren und sich nicht allzu sehr aufzuregen. Meine Güte! Ich hoffe, sowas passiert einmal und nie wieder! In Zukunft werden wir die Schilder auf alle Fälle fotografieren, bevor wir das Auto mit gutem Gewissen irgendwo parken. Und jetzt sind wir halt für den Rest des Monats etwas sparsamer, denn komischerweise klafft jetzt ein dezentes Loch in der Kasse.. naja, man kann das sparsame Studentenleben ja nicht früh genug erleben, nicht wahr? 😉 😀

 

Die naiven Kleinstadtkinder

Spätestens nachdem mein Freund in der Stadt dann auch noch auf einen lügenden uns ziemlich dreisten Bettler herein gefallen ist, war das Klischee der Kleinstadtkinder in der riesen Großstadt komplett erfüllt. 😀 Aber auch ich habe mich auf dem ersten Weg in die Stadt ziemlich verlaufen und ich bin mir sicher: Absolut jeder hat mir angesehen dass ich hier neu bin! Denn wer läuft sonst mit so großen Augen und fragendem Blick nur circa einen halben Kilometer am Zentrum vorbei und merkt das noch nicht mal…? 😀 Aller Anfang ist schwer meine Lieben! (Das dachte sich im Übrigen auch unser mit Stolz neu erworbener Kochtopf, der sich nach der ersten Benutzung dazu entschied von innen komplett anzubrennen und sich von seiner Beschichtung zu verabschieden…vielleicht hätten wir etwas früher merken sollen, das der Herd doch noch nicht ganz aus war. :D) Aber so viel zwar schon entgegen unseren Plan gelaufen ist, so viel haben wir mindestens auch schon gemeinsam gemeistert und ich muss schon sagen, dass ich auch ziemlich stolz darauf bin, was wir schon alles geschafft haben! Gut, unsere Wohnung ist noch nicht fertig und noch einige Fragen sind offen, aber das Ganze braucht auch einfach Zeit und das ist normal! Der größte Schritt ist es meiner Meinung nach, sich wohl zu fühlen und die Dinge so zu erledigen, wie es sich für einen richtig anfühlt. Und das ist bei mir zurzeit der Fall, darum ist der größte Schritt schon getan! 🙂

 

Ein tolles Erlebnis

Apropos sich wohlfühlen: Zum wohlfühlen gehört bei mir unbedingt auch dazu, dass ich andere Menschen kennen lerne und ich nicht den ganzen Tag Zuhause herum hocke und das Gefühl habe, mich in keinster Weise zu fordern und nur herum zu gammeln. Deshalb habe ich auch gestern die tolle Chance wahrgenommen an einem gemeinsamen Workout im Park, organisiert von Fit Trio, teilzunehmen und dort andere Leute kennen zu lernen und einfach einen tollen Abend zu haben. Ich muss ehrlich sagen; ich musste mich alleine schon ganz schön überwinden, dort hinzugehen, wo ich doch niemanden kenne und dann noch mit Menschen, die ich nie vorher gesehen habe, Sport zu machen…aber nun kann ich sagen: Es hat sich mehr als gelohnt! 🙂 Ich habe so nette Leute kennengelernt und auch Louisa und Jan von Fit Trio waren einfach super lieb! So ein Event übermittelt einem echt genau das richtige Gefühl, wenn man gerade erst in eine Stadt gezogen ist! Man muss sich einfach nur darauf einlassen und wird mit einem super Gefühl belohnt und fühlt sich ein Stück aufgehobener und geborgener in der neuen Umgebung! 🙂

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Mit diesem positiven Gefühl starte ich nun in das Ende der Woche und bin motiviert, jeden Tag genau so offen, erwartungsvoll und tatendurstig aufzuwachen und das beste aus jedem einzelnen Tagen zu machen. Ich hoffe, ich habe dich ein bisschen motiviert auch äußerst ärgerliche Dinge nicht so schwer zu nehmen und eher auf die Sonnenseite des Lebens zu blicken! Und ja, das auch jetzt, wo der Herbst schon angefangen hat. 😉

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